Schweizer klagen wegen Flugmeilen

Weil die Lufthansa ihr Miles&More-Programm anpasste, fühlen sich auch Schweizer betrogen. Nun klagen die ersten.

Der Streit um die Anpassungen des ­Miles&More-Programms weitet sich auf die Schweiz aus. Seit Anfang 2011 verlangt die Lufthansa für Langstreckenflüge in der Business- und Firstclass bis zu 20 Prozent mehr Meilen als vorher. Da die Airline erst vier Wochen vorher auf die Änderung aufmerksam gemacht hatte, bemängelten Kunden, dass sie ihre Meilen nicht mehr zu den alten Konditionen einlösen konnten. Ein Hamburger IT-Professor klagte bereits in Köln gegen Lufthansa und bekam erstinstanzlich Recht.

 

Da auch für die Swiss-Passagiere seit 2006 das Miles&More-Programm der Lufthansa gilt, sind auch in der Schweiz zahlreiche Fluggäste betroffen. Die ersten Schweizer haben nun laut Rechtsanwalt Markus Klamert von der Münchner Kanzlei Wolfgang Heiss & Kollegen rechtliche Schritte eingeleitet: «Ich habe derzeit für zehn Schweizer Klagen gegen die Lufthansa eingereicht. Im Schnitt geht es dabei um Schadensersatzforderungen von 12 000 Franken pro Person.» Insgesamt seien in der Schweiz eine Million Menschen betroffen. Ein Grossteil davon habe Meilen mit der Swiss gesammelt.

 

Bei der Swiss will man zum Fall keine Stellung nehmen, bei der Lufthansa weist man die Schuld von sich: «Wir sind der Auffassung, die Neuerungen in der Prämientabelle rechtzeitig, offen und transparent kommuniziert zu haben. Im Kern handelt es sich dabei um nichts anderes als eine Preisanpassung», so Sprecher Jan Bärwalde. Gegen den Gerichtsentscheid in Köln habe man Berufung eingelegt. Müsste die Lufthansa für den Schaden aller 20 Millionen Prämienkunden aufkommen, drohen ihr laut «Financial Times Deutschland» bei einem Ticketpreis von 3600 Franken Aufwendungen von mindestens einer Milliarde Franken.

 

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